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Malerei

Allgemein:

Während die Impressionisten mit den Grenzen der objektiven Realität spielten, versuchten die Expressionisten die irreale, phantastische Welt des Unterbewussten zu ergründen und darzustellen.

Sie überschritten die Grenzen ins Innere, suchten nach verdrängten Gedanken und unterbewussten Gefühlen, die sie auf die Leinwand zu bringen versuchten. Die Kunst wurde also nicht dazu gebraucht, das Sichtbare wiederzugeben, sondern das Unsichtbare sichtbar zu machen. Man entfernte sich in der Form erstmals von der Nachahmung der Natur. Die Farbgebung expressionistischer Bilder ist durch subjektive Gefühlsempfindungen besonders stark und tendiert sowohl zur plakativen Abstraktion als auch zum Verzerrten. Figuren erscheinen oft überzeichnet, roh und grob und erinnern manchmal an Karikaturen. Schönheitsideale werden bewusst zerstört. Inspiration bot unter anderem die Kunst des Mittelalters oder die Masken- und Dämonenkunst der Naturvölker. Entwicklung: Die jungen Expressionisten schockierten die Öffentlichkeit erstmals 1905 im Pariser Salon mit ihren neuen Bildern, nach denen sie „les fauves“ (die wilden Tiere) genannt wurden. Die von ihnen eingesetzten grellen und schreienden Farben waren für das Publikum zunächst ungewohnt und unverständlich. Die Künstler lehnten sich gegen den Impressionismus und etablierte Kunstvorstellungen auf. Wichtige Vertreter waren Henri Matisse, André Derain und Georges Rouault.

“Die Brücke”

Eine andere expressionistische Bewegung entstand im selben Jahr in Deutschland, als sich in Dresden eine Gruppe von Architekturstudenten zur Künstlergemeinschaft “Die Brücke” zusammentat. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmitt-Rottluff, Erich Heckel und Fritz Bleyl. Später gehörten der Gruppe auch Otto Mueller, Max Pechstein und kurzzeitig Emil Nolde an. Auch sie lehnten die etablierten Vorstellungen des 19. Jahrhunderts ab und stellten neben Schönem auch Hässliches, also neben Liebe und Leben Hass und Tod dar (beeinflusst durch u.a. Edvard Munch „Der Schrei“). Im Jahre 1913 wurde „Die Brücke“ aufgrund von Meinungsverschiedenheiten der Künstler aufgelöst.

„Der Blaue Reiter“

Im Jahre 1911 schlossen sich Wassily Kandinsky und Franz Marc zu einer neuen Künstlergruppe zusammen, die sie „Der Blaue Reiter“ nannten. Sie nahmen einige Ausstellungen in München vor, an denen sich auch Paul Klee beteiligte. Sie gaben noch im selben Jahr die Programmschrift „Der Blaue Reiter“ heraus, in dem aktuelle Beiträge zur Kunst, Musik und Literatur erschienen. Im Gegensatz zu den Brücke-Künstlern hielten sie sich nicht an Stofflichen Themen fest sondern versuchten, geistige Prozesse in Gang zu bringen. Sie liebten auch eher Farbharmonien statt Dissonanzen und wollten eine Beziehung zu Träumen, Sehnsüchten und der Natur herstellen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges erlebten die Kunstwerke des Expressionismus einen erneuten Höhepunkt. Der Expressionismus hatte eine Kunst ermöglicht, die alle Individuen und viele gesellschaftliche Fragen mit einbeziehen konnte. Gleichzeitig eröffnete er alle Variationen der freien Farbgestaltung und löste sich somit den traditionellen Form- und Farbzwängen der vorangegangenen gegenständlichen Malerei.