Auch in der Literatur gab es eine expressionistische Bewegung, in der man sich von traditionellen Formen verabschiedete und sich neuen Themen öffnete. Die Sprache des Expressionismus war ähnlich ungewohnt wie die Bildsprache der Maler.
Sie war übersteigert, überhöht und versuchte, die traditionelle Bildungssprache zu zerstören. Rhythmen flossen, hämmerten oder stauten sich. Man ließ Füllwörter, Artikel oder Präpositionen weg, bildete ganz neue Worte und betonte sie anders. Da die Expressionisten die zunehmende Rationalisierung, Technisierung und Industrialisierung des Lebens ablehnten, wollten sie sich auch gegen die damit verbundenen Phänomene wie die zunehmende Verstädterung und das beschleunigte Lebenstempo auflehnen.
Themen der Expressionisten
Diese Grundhaltung bestimmte auch die Wahl der Inhalte ihrer Texte. So waren die typischen Themenschwerpunkte expressionistischer Literatur z.B. die Großstadt und ihre Menschenmassen, die Hektik, Enge und Anonymität, das Schreckliche, Krankheit, Tod und Verfall, Krieg und Revolution, Wahnsinn und Selbstmord, Gott und die Natur. Stilistisch gesehen wendet sich die expressionistische Literatur in der Lyrik, im Drama und in der Prosa radikal von der literarischen Tradition ab. Sie schwankt dabei zwischen verschiedenen Stilen, zwischen Primitivismus und artistischer Strenge, zwischen knappen oder überschwänglich formulierten Darstellungen. Außerdem fällt eine gern genommene Diskrepanz zwischen Form und Inhalt auf. So erhalten unangenehme Themen erhalten oft eine „schöne“ Form welche hingegen den angenehmen Themen verweigert wird, um einen spannungsvollen Kontrast zu erreichen. Eine wesentliche Grundlage im Expressionismus ist außerdem die visuelle Orientierung. Um stärkere emotionale Wirkungen hervorzurufen, hat man z.B. oft Farbadjektive verwendet, mit denen man die Inhalte verfremdete. So wurde wieder eine parallele zur Malerei geschaffen.