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Was ist Expressionismus?

Bedeutung:
Der Begriff „Expressionismus“ war zuerst die Sammelbezeichnung für eine Stilrichtung, die sich vor dem Ersten Weltkrieg entwickelte und sich gegen den Naturalismus und den Impressionismus wandte. Diese Bezeichnung wurde erstmals 1911 anlässlich einer Ausstellung in Berlin gebraucht, um die Bilder französischer Maler zu beschreiben. Später wurde sie auch auf junge Dichter der damaligen Zeit übertragen. Betrachtet man die Herkunft des Wortes (im Lateinischen expressio= „Ausdruck“), erkennt man auch schnell die vereinfachte Bedeutung dieser Stilrichtung als eine „Kunst des gesteigerten Ausdrucks“. Im Gegensatz zu den Impressionisten, die eher die flüchtigen und oberflächlichen Augenblicke darzustellen versuchten, wollten die Expressionisten den Betrachter emotional ansprechen und ihn innerlich erschüttern. Die Vorläufer dieser Bewegung wie Vincent van Gogh oder Edvard Munch stellten die Wirklichkeit mit Hilfe von abstrakten Verzerrungen und kräftigen Farben dar.
Hintergrund:
Der Expressionismus entstand am Vorabend des Ersten Weltkrieges, als immer mehr Künstler mit ihrer Zeit unzufrieden waren und man die Katastrophe schon ahnen konnte. Man verfluchte die Zeit, in der sich sie Menschheit abhängig von Wissenschaft, Technik, Industrie, und anderen eigenen Schöpfungen wie Gemeinschaftsordnungen und bourgeoisen und konventionellen Bräuchen gemacht hatte. Diese Erkenntnis brachte einen Aufschrei und die Forderung nach traditionelleren Werten wie Menschlichkeit, Güte, Gerechtigkeit, Kameradschaft und Menschenliebe hervor. Die Expressionisten wollten ihre Kunst dazu verwenden, die Menschheit aufzurütteln und die amoralische Welt zu verbessern. Jedoch blieb bei dieser Entwicklung ein konkretes Ziel meist auf der Strecke. Man sehnte sich so sehr nach einer Veränderung, dass einem beinahe gleichgültig war, in welchem Sinne sich etwas tat. So engagierten sich teilweise ein und dieselben Künstler sowohl für den Kommunismus als auch für den Nationalsozialismus.